Schritt 24: 8 wichtige Börsenregeln & Börsentipps für Aktien-Einsteiger

(Hinweis: Dies ist der 4. Teil des Grundlagen-Kurses)

Das Beachten von Börsenregeln ist meiner Meinung nach ein entscheidender Schlüssel, um an der Börse auf lange Sicht erfolgreich sein zu können.

Daher liste ich in diesem Kursteil 8 wichtige Aktienregeln für Anfänger auf.

Vorab-Hinweis: In meinem kompletten Aktien-Einsteiger-Kurs (mehr Infos) gehe ich ausführlicher auf die unten aufgeführten Börsenregeln ein. Außerdem ist der Umfang dort deutlich größer (insgesamt sind es 60 Regeln bzw. Börsentipps).

8 wichtige Einsteigerregeln und –tipps im Überblick

1. Regel:

Man sollte nur mit Hilfe einer Börsenstrategie, die man diszipliniert umsetzt, in Aktien investieren.

Eine besonders wichtige Börsenregeln ist, Aktien anhand einer Aktienstrategie auszuwählen und nicht aus dem Bauch heraus. Wenn man stattdessen ohne Strategie Aktien kauft und verkauft, kann es passieren, dass man sich bei seinen Börsenhandelsentscheidungen zu sehr von Emotionen (Angst, Gier etc.) leiten lässt.

Durch so ein Verhalten erhöht sich nämlich die Gefahr, Verluste an der Börse zu erleiden, da falsche Handelsentscheidungen häufig durch bestimmte Emotionen hervorgerufen werden.

Wenn man seine Aktienkäufe und –verkäufe aber anhand einer Aktienstrategie mit festgelegten Handelsvorgaben ausrichtet, reduziert sich dieses Risiko.

Wichtig ist dabei aber, dass man sich eine starke aktive oder passive Börsenstrategie sucht und nicht irgendeine Anlagemethode.

Fazit: Man sollte bei seinen Börseninvestments nicht ohne Plan Handelsentscheidungen treffen, sondern sich eine aussichtsreiche Aktienstrategie suchen.

2. Regel:

Langfristig statt kurzfristig in Aktien anlegen!

Zahlreiche Anleger erleiden an der Börse Verluste, weil sie schnell hohe Gewinne erzielen wollen. Das ist aber schwierig und sehr riskant.

Denn die Entwicklung von Börsenkursen ist gerade in kurzen Zeiträumen unberechenbar. Sogar für erfahrene Finanzprofis ist es schwer, auf Dauer mit kurzfristigem Börsenhandel (= Trading bzw. Daytrading) erfolgreich zu sein.

Das Verlustrisiko verstärkt sich nochmals, wenn man mit gehebelten Derivaten (hier mehr Infos) handelt, die zum kurzfristigen Trading verleiten und im Web an vielen Stellen beworben werden. Wenn man in diese besonders riskanten Finanzprodukte Geld anlegt, um schnelle Renditen einzustreichen, besteht die große Gefahr, dass man hohe Verluste macht.

Man sollte daher den Traum vom schnellen Reichtum an der Börse verdrängen und stattdessen langfristig in vielversprechende Aktien investieren (mindestens 10 Jahre oder besser noch länger, was auch viele renommierte Börsenexperten empfehlen).

Denn wer beim Aktienhandel Geduld mitbringt und einen langfristigen Anlagehorizont wählt, der hat deutlich bessere Chancen, auf lange Sicht an der Börse Geld zu verdienen anstatt zu verlieren.

Um sich davon zu überzeugen, muss man nur die Kursentwicklungen der weltweit bedeutendsten Aktien-Indizes in den vergangenen Jahrzehnten ansehen, wo die größten Aktien enthalten sind: Langfristig ging es bei DAX, Dow Jones und Co. immer weiter nach oben, auch wenn es zwischenzeitlich von Zeit zu Zeit zu Kursrückschlägen kam.

Achtung: Natürlich genügt es nicht, mit einem langfristigen Anlagehorizont in irgendwelche Aktien zu investieren (das kann fatal sein, wenn man schlechte Aktien auswählt!). Der Schlüssel zum Börsenerfolg ist, dass man dabei mit Hilfe einer guten und bewährten Aktienstrategie auf aussichtsreiche Aktien setzt (siehe Regel zuvor).

3. Regel:

In mehrere Aktien investieren, um das Gesamtrisiko besser zu verteilen und dadurch zu reduzieren (am besten auf Aktien verschiedener Branchen und Länder setzen).

Manche Anleger kaufen von ihrem Anlagebetrag nur 1 oder 2 Aktien. Das ist unvernünftig und kann gefährlich sein. Warum? Weil dadurch das Gesamtrisiko lediglich von der Entwicklung sehr weniger Aktien abhängig ist.

Man spricht dann von einer schwachen Risikostreuung (statt „Risikostreuung“ sagt man oft auch „Diversifizierung“ oder „Diversifikation“). Das bedeutet: Läuft es bei einer oder beiden Aktien schlecht, dann wirkt sich dies stark auf die gesamte Depotentwicklung aus.

Wenn man aber stattdessen in mehrere Aktien investiert, ist das Gesamtrisiko auf mehrere verschiedene Aktien verteilt und dadurch der Gesamtwert des Aktiendepots von der Entwicklung mehrerer Positionen abhängig.

Tipp: Um das Risiko möglichst gut zu verteilen, ist es klug, Aktien mehrerer Branchen und Länder zu kaufen. Wenn man sich stattdessen bei der Aktienauswahl stark auf eine Branche und/oder ein Land fokussiert, ist der Erfolg der Aktienanlage zu sehr von der wirtschaftlichen Entwicklung der Branche bzw. des Landes abhängig.

4. Regel:

Nicht in gehebelte Derivate wie CFDs, Optionen und Co. investieren, da hier das Risiko deutlich erhöht ist! Stattdessen sollte man als Einsteiger besser nur Aktien bzw. Aktienfonds kaufen.

Die hohen Gewinnchancen, die mit gehebelten Derivaten möglich sind, verleiten viele Anleger zum Handeln. Dahinter stecken aber deutlich riskantere Finanzprodukte (CFDs, Optionen, Hebelzertifikate etc.), wo neben den Renditemöglichkeiten auch die Verlustgefahren besonders hoch sind.

Gerade das „Daytrading“, wo ständig sehr riskante Derivate (Definition) gekauft und verkauft werden, ist gefährlich.

Neben dem hohen Verlustrisiko ist es außerdem sehr schwierig, mit Derivaten über einen längeren Zeitraum erfolgreich zu sein (auch für erfahrene Börsenprofis!).

Man benötigt dafür viel Erfahrung und tieferes Wissen. Mit Derivaten wird nämlich meistens kurzfristig gehandelt und in engen Zeiträumen sind die Entwicklungen von Börsenkursen besonders schwer vorauszuahnen.

Jedoch probieren insbesondere viele Börsenanfänger den Derivatehandel aus, ohne dabei die Gefahren und die nötigen Voraussetzungen zu realisieren. Viele Anleger verbrennen sich in der Folge die Finger bzw. ihr Geld.

Fazit: Derivate sollte man aufgrund der genannten Gründe am besten ganz meiden (allen voran als unerfahrener Einsteiger, aber meiner Meinung nach besser auch als fortgeschrittener Anleger). Vernünftiger ist es, nur normale Aktien und Aktienfonds zu kaufen, wo es ebenfalls gute Renditechancen gibt.

Tipp: Mehr Infos zu den hohen Verlustrisiken von derivativen Finanzprodukten findet man in diesem Kapitel.

5. Regel:

Keinen kostenlosen Aktientipps blind folgen!

(Hinweis: Diese Regel habe ich bereits in diesem Kapitel erwähnt, aber man kann sie in meinen Augen nicht oft genug wiederholen, damit man sie als Anfänger verinnerlicht)

Vor allem im Internet gibt es viele kostenlose Aktientipps bzw. Aktienanalysen, die man beispielsweise auf diversen Börsenseiten findet oder häufig per E-Mail bekommt.

Aber egal woher diese Analysen und Tipps auch stammen: Man sollte kostenlosen Aktienempfehlungen auf keinen Fall blind folgen (speziell für Einsteiger ist es wichtig, diesen Grundsatz zu beherzigen!).

Aber warum eigentlich? Nun, oftmals sind solche Börsentipps von geringer Qualität, zu oberflächlich (ohne tiefere Analyse des Unternehmens) oder sogar unseriös.

Ganz besonders aufpassen sollte man bei Aktientipps unbekannter Herkunft, wo man nicht genau weiß, ob ein renommierter und seriöser Börsenexperte dahinter steckt.

Klar gibt es vereinzelt auch hochwertige kostenlose Aktientipps, die aber gerade für unerfahrene Anleger schwer zu erkennen sind. Daher sollte man zur Sicherheit am besten grundsätzlich keine Aktienempfehlungen nachbilden, die kostenfrei sind.

Anstatt auf Aktientipps anderer Leute zu vertrauen, ist es deutlich sinnvoller, sich eine gute und passende Aktienstrategie zu suchen und damit vielversprechende Aktien aufzuspüren.

Wenn man unsicher ist, selbst eine vernünftige Aktienanlage auf die Beine zu stellen, oder wenn man keine Zeit bzw. Lust dazu hat, sollte man sich Expertenhilfe holen, für die man bezahlt. Denn qualitativ hochwertige Aktientipps kosten nun mal in der Regel Geld und sind nicht kostenlos.

6. Regel:

Aktien unter einem Euro sind meistens keinesfalls billig. Diese „Pennystocks“ sollte man am besten grundsätzlich meiden aufgrund des hohen Verlustrisikos.

Aktien, die einen aktuellen Kurswert von unter einem Euro bzw. US-Dollar haben, bezeichnet man in der Börsenwelt als sogenannte „Pennystocks“ (auf Deutsch: „Pfennigaktien“).

Hinter Pennystocks verbergen sich also die billigsten Aktien auf dem Börsenmarkt. Aber: Nur weil eine Aktie vom Kurs her billig erscheint, bedeutet das nicht automatisch, dass die Aktie auch günstig ist und sich ein Kauf lohnt. Denn es kommt bei Aktien auf die Entwicklung in Prozent an.

Merke: Die Höhe des Aktienkurses sagt nichts darüber aus, ob eine Aktie momentan günstig oder teuer ist. In anderen Worten: Eine 20-Cent-Aktie kann beispielsweise viel zu teuer sein, während eine Aktie (Definition) mit einem aktuellen Kurswert von 100 Euro ein Schnäppchen sein kann.

Ob eine Aktie tatsächlich aussichtsreich ist, analysiert man am besten mit den Kriterien einer guten Aktienstrategie.

Pennystock-Aktien sind also nicht unbedingt günstig bzw. ein Schnäppchen. Das Gegenteil ist eher der Fall: Denn Pennystocks sind oft Schrottaktien (vor allem, wenn sie aus dem Ausland kommen, wo sich schlechte Firmen teilweise leichter auf den Börsenmarkt schmuggeln können).

Hier stecken oftmals Aktien dahinter, deren Pleitegefahr im Vergleich zu anderen größeren Aktien deutlich erhöht ist. Das bedeutet: Wenn man in diese Aktien investiert, ist die Wahrscheinlichkeit keinesfalls gering, dass es früher oder später zu einem Totalverlust kommt.

7. Regel:

Man sollte die ganze Anlagesumme nicht nur in Aktien anlegen, sondern auch in andere Geldanlagen investieren.

Es ist wichtig, dass man sich bei der Kapitalanlage nicht nur auf Aktien fokussiert. Stattdessen sollte man das Geld, das für Investments zur Verfügung steht, besser auf verschiedene Geldanlagen verteilen. Dieser Ansatz nennt sich in der Fachsprache „Asset Allokation“.

Für eine sinnvolle Asset Allokation sind laut vieler Experten etwa 3 bis 4 verschiedene Kapitalanlagen ausreichend.

Neben Aktien kann man sein Geld zum Beispiel auch in Anleihen, selbst bewohnten oder vermieteten Immobilien, Goldmünzen bzw. -barren oder auf einem Tagesgeldkonto anlegen.

Tipp: Einige wichtige Geldanlagemöglichkeiten für Kleinanleger habe ich in diesem Kapitel zusammengestellt.

Eine Asset Allokation ist sinnvoll, um das Gesamtrisiko besser zu streuen. Falls man nämlich beispielsweise die komplette Anlagesumme nur an der Börse anlegt, ist der Wert der Kapitalanlage vollständig von der Börsenentwicklung abhängig.

8. Regel:

Am besten, man investiert nur Geld in Aktien, das man auf lange Sicht nicht benötigt.

Eine erfolgreiche Langfristanlage braucht Zeit (siehe 2. Regel).

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man wirklich nur das Geld in die Aktienanlage steckt, das voraussichtlich mindestens in den nächsten 5 bis 10 Jahren nicht gebraucht wird.

Natürlich kann nahezu keiner hundertprozentig im Voraus sagen, dass er das Geld in diesem Zeitrahmen nicht benötigt. Schließlich kann durchaus etwas völlig unvorhergesehenes passieren, wo man eine Menge Geld auftreiben muss.

Daher sollte man sich zumindest ziemlich sicher sein, dass man die vorgesehene Summe für die Aktienanlage höchstwahrscheinlich auf lange Sicht nicht anderweitig braucht.

Wenn man aber vorher schon weiß, dass man das Geld wahrscheinlich in den nächsten Jahren oder sogar Monaten für eine bestimmte Investition benötigt, beispielsweise für ein neues Auto oder einen Immobilienkauf, dann sollte man das Geld besser nicht kurz- oder mittelfristig in Aktien anlegen, weil das Risiko dann höher ist (vor allem als Börseneinsteiger).

Wenn man Pech hat, kann es ansonsten passieren, dass man gezwungen ist, seine Aktien in schwachen Börsenphasen zu niedrigeren Kursen zu verkaufen.

Geschafft!

Der kleine Grundlagen-Kurs ist mit diesem Kapitel beendet.

In meinem großen Grundlagen-Kurs, den ich hier näher vorstelle, kommt an dieser Stelle noch ein weiterer Kursteil:

„Wie steht man einen Crash besser durch?… und 9 weitere Fragen beantwortet“

Außerdem gibt es noch 2 Bonus-Kursteile:

„Börsenseiten-Tipps: Wo am besten Infos und News abrufen?“

und

Hilfe-Liste: Wichtige Aktienbegriffe kurz erklärt“

Einen kleinen Vorgeschmack auf den Bonus-Kursteil „Börsenseiten-Tipps“ gibt es aber auch schon hier auf dieser Webseite. Dort liste ich schon ein paar empfehlenswerte Börsenwebseiten für Einsteiger auf.

Hinweis: Der obere Text ist Teil eines stark gekürzten Lernkurses (zum Reinschnuppern). Mein vollständiger Aktien-Einsteiger-Kurs (mehr Infos) bietet gegenüber der Mini-Version viele weitere Inhalte, Beispiele, Tipps & Grafiken.